Der Verein wurde im Jahre 1885 unter dem Namen Männergesangverein „Concordia“ Wingeshausen gegründet. Der Chor zählte bereits bei der Gründung 30 aktive Sänger. In den ersten Jahren seines Bestehens trat der Verein nicht öffentlich auf. Später wurden die eingeübten Lieder bei festlichen Veranstaltungen und Familienfeiern im Heimatdorf vorgetragen. Darüberhinaus machte es sich der Chor zur Aufgabe, die Gottesdienste mit Liedern und Chorälen zu verschönern. Nach der Gründung des Edertaler Sängerbundes, der alljährlich ein Sängerfest veranstaltete, trat der Chor zum ersten Male auch in Nachbarorten in die Öffentlichkeit, und zwar in Berleburg, Erndtebrück, Raumland, Arfeld und Schwarzenau.
Im Jahre 1905 konnte die kostbare, jetzt noch vorhandene Vereinsfahne mit dem Wahlspruch „Sind wir von der Arbeit müde, ist doch Kraft zu einem Liede“ eingeweiht werden. Gleichzeitig wurde mit der Fahnenweihe der Name „Concordia“ in „Eintracht“ umgeändert. Die musikalische Leitung des Vereins lag zunächst in den Händen der Wingeshäuser Lehrer. In 1908 konnte man den Kapellmeister Heinrich Bürger aus Womelsdorf als Chorleiter verpflichten. Unter seiner Stabführung erlebte der Verein einen erfreulichen Aufschwung.
Aus Anlaß seines 25 jährigen Bestehens im Jahre 1910 wurde das erste Jubelfest gefeiert. Im Jahre 1911 besuchte man den ersten Sängerwettstreit in Ferndorf. Mit Beginn des Ersten Weltkrieges kam die Vereinstätigkeit zum Erliegen, da die meisten Sänger zu den Waffen gerufen wurden.

Festzug des MGV Wingeshausen im Jahre 1932 Erst im Jahre 1919 nahm der Chor unter Leitung seines letzten Dirigenten, Herrn Bürger, seine Arbeit wieder auf. Ende des Jahres 1924 legte aus gesundheitlichen Gründender verdiente Chorleiter, Kapellmeister Bürger, sein Dirigentenamt nieder. Sein Nachfolger wurde der damalige Junglehrer Heinrich Weber aus Wingeshausen. Unter seiner Stabführung erreichte der Chor einen hohen Leistungsstand.
1930 veranstaltete der Chor seinen ersten Sängerwettstreit, an dem sich 24 Vereine beteiligten. Die Jahre bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges waren gekennzeichnet durch die Teilnahme an vielen Wettstreiten, Wertungssingen und Sängerfesten.

Chorleiter Heinrich Weber war zwischenzeitlich als Lehrer nach Dortmund-Lünen versetzt worden. Er übertrug das Dirigentenamt an seinen Bruder Richard Weber sen. Dieser setzte die von seinem Bruder begonnene Chorarbeit zielstrebig weiter fort. Es gelang ihm, diese noch weiter auszubauen.

Der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges stellte den Chor wieder auf eine harte Probe. Nach und nach wurde das Häuflein, das sich zu den wöchentlichen Übungsstunden um den Dirigenten scharte, immer kleiner, denn ein Sänger nach dem anderen wurde zu den Waffen einberufen. Manche traurige Nachricht über den Soldatentod eines Sangesbruders ging bei dem Verein ein. Besonders schmerzlich war die Nachricht, daß auch der Dirigent Richard Weber sen. in den letzten Kriegstagen sein Leben lassen mußte. Es lag eine ungewisse Zukunft vor den Sängern. Aber es fanden sich wieder Männer zusammen, die anknüpfend an die Tradition der „Eintracht“ darangingen, einen leistungsfähigen Chor aufzubauen. Zunächst gab es Schwierigkeiten, einen standhaften Dirigenten zu verpflichten.

Im Jahre 1950 übernahm Richard Weber jr., Sohn des im Kriege gebliebenen Dirigenten, den Dirigentenstab. Er übernahm damit das Erbe seines erfolgreichen Vaters und Onkels, deren erfolgreiche Chorarbeit er zielstrebig weiterführte.
Aus Anlaß des 70jährigen Vereinsbestehens veranstaltete der Verein in 1955 einen Sängerwettstreit. In den Folgejahren nahm der Verein immer wieder an Sängerfesten befreundeter Chöre teil. Gleichzeitig wurden gemeinsam mit anderen Chören Chorkonzerte veranstaltet, sowie Wettstreite besucht. Im Jahre 1960 wurde zum 75jährigen Vereinsjubiläum ein Sängerfest durchgeführt. Zum 80jährigen Vereinsbestehen wurde gemeinsam mit dem Gemischten Chor „Einigkeit“ Wingeshausen in der Turnhalle Aue-Wingeshausen ein großes Chorkonzert veranstaltet. Im Jahre 1970, anläßlich des 85jährigen Vereinsbestehens, wurde erneut ein Sängerwettstreit durchgeführt. Auch hier nahmen 16 auswärtige Chöre teil. Außerdem waren 23 Vereine zum Festkommers erschienen.

Im Herbst 1973 beteiligte sich der Chor am Bundesleistungssingen des Deutschen Sängerbundes in Letmathe in der Stufe I und erhielt die Note „sehr gut“ und damit die Zulassung zur Teilnahme am Leistungssingen der Stufe II. Das Singen der Stufe II erfolgte im März 1974 in Schwerte. Auch hier erreichte der Chor das Klassenziel und wurde für die Stufe III mit der Note 2 x „sehr gut“ und 1 x „gut – sehr gut“ zugelassen. Im März 1975 wurde das 25jährige Dirigentenjubiläum des Chorleiters Richard Weber in Form eines Chorkonzertes gebührend gefeiert. Im September 1975 feierte der Verein seinen 90. Vereinsgeburtstag. Über 1400 Sängerinnen und Sänger nahmen an dieser Veranstaltung teil.
Am 21.05.1976 nahm der Chor am Bundesleistungssingen der Stufe III in Bocholt erfolgreich teil. Man errang den Titel „Meisterchor des Sängerbundes Nordrhein-Westfalen“ In 1978 führte der Chor gemeinsam mit dem Gemischten Chor „Einigkeit“ Wingeshausen auf vielseitigen Wunsch der Dorfbevölkerung ein Kirchenkonzert durch. Die Kirche war bis auf den letzten Platz besetzt. Ein dankbares Publikum applaudierte den Darbietungen beider Chöre. In 1980 feierte der Verein seinen 95. Geburtstag. Es wurden für 2 Festtage befreundete Chöre der Nachbarschaft eingeladen, die gemeinsam je ein Chorkonzert veranstalteten.

Festzug des MGV Wingeshausen im Jahre 1932 Am 30.05.1981 konnte der Chor beim Bundesleistungssingen in Iserlohn zum zweiten Male den Titel „Meisterchor des Sängerbundes Nordrhein-Westfalen“ erringen. Als Höhepunkt des Jahres 1983 darf die Wienreise der aktiven Sänger genannt werden. Die der Einladung des Kulturamtes der Stadt Wien zu einem Adventssingen gefolgt waren. Höhepunkt war der Auftritt im alten ehrwürdigen Stephansdom, sowie auf dem Christkindlmarkt und im Foyer des Wiener Rathauses.
Der 100 Jährige Vereinsgeburtstag im Jahre 1985 stand ganz im Zeichen des Chorgesanges, an deren Veranstaltungen über 1500 Sängerinnen und Sänger teilnahmen. Im gleichen Jahr wurde dem Chor die begehrte Zelterplakette für 100-jähriges Vereinsbestehen verliehen.

Am 01. Juni 1986 nahm der Chor am Meisterchorsingen in Lüdenscheid teil. Der schon in 1976 und 1981 errungene Titel „Meisterchor“ sollte wiederholt werden. Leider waren die Wertungsrichter dem Chor nicht so wohlgesonnen: Der Chor musste also ohne Erfolg nach Hause fahren.
In den folgenden Jahren wurden manche Wettstreite besucht, wo der Chor oft sehr erfolgreich war. Am 17.03.1990 feierte man im Bürgerhaus Aue das 40-jährige Chorleiterjübiläum von Richard Weber mit einem Chorkonzert seiner Chöre. Dieses Konzert wurde sogar auf Kassette verewigt. Im September 1990 wurde dann der 105. Vereinsgeburtstag mit einem Freundschaftssingen in der Schützenhalle Wingeshausen gefeiert. Am 05. und 06. Mai 1995 wurde das 110jährige Vereinsbestehen begangen. Hierzu waren insgesamt 22 Chöre unsere Gäste.